Studienkreis film

Das Kino der Ruhr-Universität Bochum

Liebe Kinofreunde,

 

auch für unser Kinoprogramm im kommenden Semester sieht es, wie ihr sicherlich bereits vermutet habt, schwierig aus. Zunächst müssen wir ankündigen, dass unsere Vorstellungen, wozu auch die Kooperationen gehören, im April voraussichtlich ausfallen werden. In Abhängigkeit des allgemeinen universitären Betriebs werden wir daraufhin entscheiden, wie wir mit dem Rest unseres Programms umgehen werden. Wir bedauern den Ausfall der Veranstaltungen und hoffen, dass die Lage sich schnell verbessert. Wir werden euch per social-media Updates liefern, wenn sich etwas an unserer Situation ändern sollte.

Damit ihr euch in eurer Freizeit noch ein bisschen mehr mit Corona beschäftigen könnt, machen wir uns stetig Gedanken über passende filmische Begleitung eurer Quarantäne:

 

Rapunzel - Neu Verföhnt (2010)

In der Wohnung eingesperrt für zwei Wochen? Lächerlich, würde Rapunzel da sagen! Seit ihrer Kindheit wird sie von ihrer Mutter eingesperrt und dort hat sie einen sehr routinierten Tagesablauf, an dem wir uns alle ein Beispiel nehmen können. Weniger Beispielhaft ist da ihre Flucht aus der sicheren Zone - aber sie tut alles, um einem draußen liegenden Geheimnis auf die Spur zu kommen.

-JP-

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Raum (2015)

Während seine Mutter deutlich unter dem Leben in Gefangenheit leidet, erkennt Jack die Schönheit von "Raum". "Raum" ist der Ort, in dem man ihn und seine Mutter einsperrt, der Ort an dem Jack geboren ist. Wer, wenn nicht Jack, könnte uns lehren, wie wir das Schöne in unserem ganz persönlichen "Raum" finden können. So sollten auch wir jeden Morgen seiner Routine folgen: "Guten Morgen Lampe, guten Morgen Pflanze, guten Morgen Eierschlange [falls vorhanden], guten Morgen Teppich, guten Morgen Schrank, guten Morgen Fernseher [Unser wichtigster Retter in der Not!], guten Morgen Waschbecken, guten Morgen Toilette..."

Die meisten von uns können sich sogar glücklich schätzen, ganze Fensterfronten zu besitzen, die uns Bilder vom sagenumwobenen "Draußen" zeigen; einem unfassbar großen Ort an dem früher einmal Menschen frei herumliefen, wenn Fernseher nicht lügt.

-RL-

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Filmtipps für die Quarantäne:

Misery (1990)

Nach einem Autounfall in einem Schneesturm wird der Autor Paul Sheldon von Annie Wilkes, seinem größten Fan, gerettet. Als sie sein neues Buch liest, mit dem sie gänzlich unzufrieden ist, fordert sie ein, dass er ein neues Buch nach ihren Vorstellungen schreibt, während sie sich um seine Verletzungen kümmert. Allerdings scheint es immer unwahrscheinlicher zu werden, dass die von ihm besessene Annie ihn jemals aus ihrer Pflege entlassen wird.

Während Stephen King mit der literarischen Vorlage seine Alkohol- und Kokainsucht verarbeitete, die ihn ebenfalls gefangen hielt und zum Schreiben einer bestimmten Art von Romanen zwang, werden wir natürlich durch andere Umstände gefangen gehalten. Im Gegensatz zu Paul sollten wir nicht darum kämpfen, unsere Wohnung verlassen zu können, aber auch wir müssen uns in unserer Isolation der Sucht stellen. Sei es das abendliche Bier, das uns reizt, weil sonst nichts zu tun ist, der Fernseher oder Computer, der uns zu immer mehr Entertainment zwingt, oder eine andere Suchtquelle.
Trotzdem liegt auch ein hoffnungsvolles Bild in diesem Mann, der gezwungen wird, vor seiner Schreibmaschine zu sitzen und zu schreiben. Endlich haben wir Zeit all das zu erledigen, wozu wir sonst nicht kommen. Endlich können wir uns entscheiden, ob wir uns der Sucht und den Gewohnheiten hingeben oder die Gelegenheit nutzen, produktiv und kreativ zu arbeiten. Vielleicht ist die Quarantäne eine große Chance.

-RL-

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Filmtipps für die Quarantäne:

Der Schacht [El Hoyo] (2019)

Passend zu den Hamsterkäufen, die wir noch immer erleben müssen, präsentiert uns Netflix nun einen Film über hierarchisierten Konsum. In einer dystopischen Zukunft befinden sich Gefangene in einem Schacht, in dem ein Aufzug mit einem großzügigen Buffet von oben nach unten fährt. Auf jeder Etage befinden sich zwei Gefangene, die einmal im Monat auf eine zufällig hohe Ebene transportiert werden. Die einzige Nahrungsquelle besteht durch die Plattform - oder im Zweifelsfall den Zellenpartner.
Das leicht trashige und doch intelligente Gedankenexperiment à la "Snowpiercer" kann uns gerade jetzt eine Lehre sein. Schreibt uns bitte, wenn ihr noch Klopapier über habt.

-RL-

Verfügbar auf Netflix

 

 

Bleibt gesund!

 

 


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